Das Nikomedeslied von Siegfried Fietz

Auf den Spuren des Heiligen Nikomedes

Hermann-Josef Pape stellt Nachforschungen in Rom an.
Festtag des heiligen Nikomedes ist der 15. September.

Nikomedesfigur in der Pfarrkirche

Er gilt als Schüler des Apostels Petrus, und ist seit mehr als einem Jahrtausend fest mit Borghorst verbunden: Der Heilige Nikomedes, ein früher Märtyrer des Christentum, der nach der Überlieferung, Priester in Rom um 100 war. Am 1. Juni 968 erfolgte die "Einweihung der Kirche des Märtyrers Nikomedes", so ist es im Necrologium des Stiftes Borghorst im Staatsarchiv Münster in roter Tinte vermerkt, um das Fest besonders hervorzuheben. Noch heute ist der Heilige Nikomedes Patron der Pfarrgemeinde St. Nikomedes Steinfurt und zugleich die einzige katholische Kirchengemeinde deutschlandweit mit einem Nikomedes-Patronat.

Wandgemälde der Grablege des hl. Nikomedes in der Kirche Corpus Christi in Rom. Kleriker tragen ihn in die Katakombe

Da die Überlieferung  über das Leben des Heiligen nur sehr spärlich ist, begab sich der Burgsteinfurter Hermann-Josef Pape  bei seinem letzten Romaufenthalt in der "Ewigen Stadt" auf seine Spuren. "Der Vortrag von Historiker Hans Jürgen Warnecke seinerzeit beim Heimatverein Borghorst hat mich zu diesem Handeln beflügelt", erklärte Pape. Sein ehrgeiziges Vorhaben: Nähere Erkenntnisse über die Grabstelle des Heiligen zu gewinnen und sie, wenn möglich genauer ausfindig zu machen. Es gab Hinweise, dass Nikomedes an der antiken Konsulstraße Via Nomentana in einer Katakombe, die nicht mehr vorhanden ist, bestattet wurde. Also setzte der passionierte Hobbyfotograf seine Nachforschungen in der Chiesa del Corpus Domini (Fronleichnamskirche) an der Via Nomentana 8, nahe der Porta Pia, an. Die Kirche fand Pape verschlossen vor. Nebenan meldete er sich bei den Ordensschwestern von der Eucharistie im östlichen katholischen Ritus mit der Frage, ob der Kirchenbereich zum ehemaligen Katakombengebiet gehört. "Ja, dies ist ein historischer Ort, der hl. Nikomedes wird hier besonders verehrt" erklärten sie, öffneten die Klosterkirche und gaben gerne Informationen über das Gotteshaus, das sie betreuen. Die Kirche wurde zwischen 1888 und 1893 im neugotischen Stil dreischiffig gebaut und mit einer Holzbalkendecke ausgestattet. Im Chorraum und am Triumphbogen erhielt sie 1893 Fresken von Virginio Monti. Die Klosterschwestern wiesen auf das Bild der Grablege hin, wie Kleriker den hl. Nikomedes in die Katakombe tragen, die im Bereich des Gotteshauses lag.

Die Nachrichten über Nikomedes, so die Nonnen, entstammen der legendarischen Leidensgeschichte von Nereus und Archilleus aus dem 6. Jahrhundert. In der domitianischen Verfolgung begrub Nikomedes die heilige Märtyrin Felicula, die junge Glückliche, und wurde dabei verhaftet. Er weigerte sich, das vorgeschriebene Götzenopfer darzubringen: Ich opfere niemandem, außer dem allmächtigen Gott, der im Himmel regiert! Daraufhin wurde er mit Bleigeißeln zu Tode geprügelt und in den Tiber geworfen. Geborgen und begraben wurde er von einem Kleriker namens Justus vor der Porta Nomentana in einer kleinen Katakombe, dort wurde ihm zu Ehren eine Kapelle errichtet. Historische Nachrichten über das Leben des heiligen Nikomedes fehlen ganz. Über seinem in frühmittelalterlichen Pilgerführern verzeichneten Grab an der Via Nomentana in Rom, die sich früher außerhalb der Stadtmauer befand, ließ Papst Bonifatius V. um 623 eine Grabmal-Basilika errichten, die Papst Hadrian um 825 restaurieren ließ; dort waren die nicht zugänglichen Katakomben des Nikomedes, die Anfang des 20. Jahrhunderts ausgegraben und beim Bau des italienischen Verkehrsministeriums neben der neugotischen Kirche Corpus Domini zerstört wurden.
Der genaue Ort der Grablegung ist also für immer verloren, lautet die etwas nüchterne Erkenntnis des Burgsteinfurters. Dass er nahe der Fronleichnamskirche sein muss und dass die Erinnerung an den Heiligen in Rom hochgehalten wird, tröstete darüber hinweg.

Fotos und Text: Hermann-Josef Pape

Nikomedes Patrozinium des Stiftes Borghorst

Wie das Stift Borghorst an das Nikomedes-Patrozinium kam? Dieser Frage ging der Borghorster Historiker Hans Jürgen Warnecke bei einem seiner letzten Vorträge des Heimatvereins Borghorst nach. " Nach meinen bisherigen Erkenntnissen kann das Nikomedes-Patrozinium, nur aus Mainz gekommen sein, denn alle anderen Nikomedes-Kirchen in Deutschland sind erst in späterer Zeit entstanden, " erklärte der Historiker. Bereits im Jahre 968 wurde das freiweltlich-adlige Damenstift Borghorst gegründet.
Der 15. September ist ein besonderer Tag für die Pfarrgemeinde St. Nikomedes Steinfurt, weil im Necrologium unter dem 15. September 968 mit roter Tinte "Geburtstag des Heiligen Märtyrers Nikomedes und Einweihung des Klosters Borghorst"  vermerkt ist. In allen anderen Necrologquellen fehlt die Erwähnung der Einweihung, erklärte Warnecke und ergänzte: Am 22. April 969 ist im Necrolog zu lesen: "Reliquienübertragung der hl. Cosmas und Damian ... des hl. Nikomedes und des hl. Bischofs Adalbert".    

Bildnis des Nikomedes in der Fronleichnamskirche in Rom. Der Kelch weist ihn als Priester aus.
Holzfigur des hl. Nikomedes in der Steinfurter Pfarrkirche St. Nikomedes aus dem 18. Jahrhundert.
Der Hl. Nikomedes, der ein Priester war, ist ähnlich wie in der Kirche Corpus Domini in Rom, im großen Fenster der Borghorster Pfarrkirche eingerahmt vom Hl. Laurentius l. und der Gräfin Berta mit einem Kelch abgebildet.
Altar mit Aussetzung
Altar
Wandgemälde der Grablege des hl. Nikomedes in der Kirche Corpus Christi in Rom. Kleriker tragen ihn in die Katakombe.
Unterhalb der Darstellung steht in lateinischer Schrift: Justus clericus corpus Nicomedes Presbyteri et märtyris diligenter conquisitum, ad muros Urbis via Nomentana honorifice in sepulcro condidit. Die Inschrift übersetzte Pfarrer Bernhard Tietmeyer folgendermaßen: "Der Körper des gerechten Klerikers Nikomedes, Priester und Märtyrer, liebevoll beigesetzt an der Mauer der Stadt Via Nomentana, ehrenvoll ins Grab gelegt".
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