Die Katholische Pfarrkirche St. Nikomedes

Der Kirchplatz wird beherrscht von der mächtigen St. Nikomedes Kirche mit ihrem fast 100 Meter hohen Turm. An dieser Stelle hat bis ins 19. Jahrhundert die mittelalterliche Stiftskirche gestanden.

(Foto: Heimatverein Borghorst)

Die heutige Pfarrkirche wurde zwischen den Jahren 1884 und 1897 als eine der größten Kirchen des Bistums Münster erbaut. Die dreischiffige Hallenkirche im neugotischen Baustil hat eine Länge von 80 Metern und eine Grundfläche von ca. 2.200 qm.

Architekt war der damals renommierte Kirchenbaumeister Westfalens, Hilger Hertel der Ältere, aus Münster. Er stammt aus Köln und war in der dortigen Domhütte ausgebildet worden, wo er  sowohl die formale Anwendung als auch den konstruktiven Aufbau der gotischen Architektur erlernte.

Als er noch während der Bauzeit überraschend starb, übernahm sein Sohn und Nachfolger, Hilger Hertl der Jüngere, die Vollendung des Baues.

Der 95 Meter hohe Turm ist auf beiden Seiten von Kapellen flankiert, die Westfassade wirkt einheitlich und großflächig.

Klare Proportionen und gute Raumwirkung


Die mächtige Hallenkirche überzeugt durch ihre klaren Proportionen und die außerordentlich gute Raumwirkung. Fünf Joche überspannen den weiten dreischiffigen Bau, daran schließen sich Seitenschiffe und der Chorraum an.

(Foto: Wolfgang Hanning, Bochum)

Der Gestaltung des Kircheninneren hat sich Hertel mit besonderer Sorgfalt angenommen.
Die Proportionen der Lichtverhältnisse stimmen harmonisch überein. Die für ihre Höhe recht schlank wirkenden Pfeiler lassen überall Durchblicke zu. Sie unterstützen so den Gesamteindruck eines Hellen, weiten Raumes.

In der alten Sakristei an der Nordseite des Chores wurde bei der Renovierung 1985 die Stiftskammer eingerichtet.
Hier befinden sich historisch wertvolle und bedeutende Gewänder und Gerätschaften wie z.B. die Drachenleuchter aus dem 12. Jahrhundert sowie zwei Reliquienstatuetten aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert.

Borghorster Stiftskreuz (Foto: P. Timmerhues)
Das Borghorster Stiftskreuz


Ostern 2008 hat das Borghorster Stiftskreuz, ein ottonisches Kreuzreliquiar des ehemaligen Borghorster Kanonissenstiftes,  im nördlichen Chorraum in einer Glasvitrine seinen Platz in der Pfarrkirche gefunden.


Das Stiftskreuz gehört zweifelsohne zu den schönsten erhaltenen Goldschmiedearbeiten der ottonischen-salischen Zeit Westfalens. Es wurde im Jahr 2013 gestohlen und konnte erst im Jahr 2017 wiederbeschafft werden.

Rechts neben dem Eingang der Mitteltüren befindet sich eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus der Zeit des Damenstiftes:
Der Grabstein der letzten Pröpstin der Stiftes, die 1839 starb.

Mildes und goldenes Streulicht


Ein wesentlicher Teil der Architektur ist die Farbverglasung, die dem Kirchenraum in allen Tageszeiten ein mildes und goldenes Streulicht spendet.
Nach 1978 wurde die gesamte Neuverglasung der nördlichen und südlichen Seitenschifffenster in Angriff genommen.
Die zweite Phase der Farbverglasungen hinten in der Kirche erfolgte in den Jahren 1984/85.

Für das große Fenster über dem Westportal wurde bei umfassenden Sanierungsarbeiten am Dach und am Sandstein-Mauerwerk in den Jahren 1999 bis 2002 eine äußere Schutzverglasung angefertigt, um die ornamentale Bleiverglasung nach erfolgter Reinigung und Reparatur zu schützen.

Unsere Kirche ist täglich geöffnet


Kirchenführungen und eine Besichtigung der Stiftskammer ist nach Vereinbarung möglich.
Melden Sie sich hierfür bitte im Pfarrbüro (Tel.: 02552/63920).

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