Glocken aus der Stiftskirche

Die Glocken im Turm der Kirche gehören zur alten Ausstattung der vorherigen Stiftskirche. Nach dem Abbruch der alten Kirche wurden sie in den Turm der neuen Kirche übernommen.

Glocke im Glockenstuhl (Foto: Axel Roll)
Glocke im Glockenstuhl

Das Geläute ist eines der vier westfälischen Kloster- bzw. Stiftsgeläute, die unbeschadet von Säkularisation, Kriegsereignissen und sonstigen Fährnissen vollzählig und unversehrt erhalten blieben.

Das Hauptgeläute hängt in einem gewaltigen Holzglockenstuhl aus der Erbauungszeit des heutigen neugotischen Turmes (1885/1889). Das etwa 15 m hohe Holzwerk setzt über dem Gewölbe der Turmhalle an und reicht bis in die Glockenstube. Die beiden Uhrglocken hängen außen an der Westseite des Turmes unter einem kleinen Dach.

Salvator-Glocke: Schlagton cis1 + 3, Durchmesser 1,394 m, gegossen 1741. Die Glocke ist musikalisch, künstlerisch und gusstechnisch ein Meisterwerk des münsterischen Gießers Johann Schweys. Sie trägt an der Schulter zwischen Friesen aus Putten und Akanthuspalmetten ein umfangreiches lateinisches Chronogramm. Auf der Flanke ist zweimal ein Salvator-Relief angebracht.

Marien-Glocke (1): Schlagton d1 + 7, Durchmesser 1,302 m, gegossen 1507. Die Glocke, ein typisches Werk des ebenfalls in Münster ansässigen Gießers Wolter Westerhues, trägt an der Schulter zwischen zwei feingliedrigen Kreuzblütenfriesen mit Perlstab eine lateinische Inschrift in gotischen Minuskeln.

Marien-Glocke (2): Schlagton e1 + 3, Durchmesser 1,191 m, gegossen 1692. Die unsignierte Glocke stammt wahrscheinlich von dem lothringischen Gießer Gottfried de la Paix oder von Bernhard Wilhelm Stule (möglicherweise auch von beiden gemeinsam). An der Schulter trägt die sehr unsauber gegossene Glocke ein Chronogramm zwischen zwei Ornamentfriesen. Auf der Flanke befinden sich die Reliefs Christi und Mariens sowie ein Wappen.

Schutzengel-Glocke: Schlagton g2 + 7, Durchmesser 0,545 m, gegossen 1615 von dem damals in Dülmen ansässigen Gießer Everhardus de Vos. Die Schulterinschrift dieser Glocke wird begleitet von einem gotisierenden Kreuzblütenfries und einem Renaissancefries mit Vasen, verschiedenen Engelsgestalten, Füllhörnern, bekränzten männlichen Gestalten und springenden Hunden.

Anna-/Agatha-/Nikomedes-Glocke: Schlagton g2 + 7, Durchmesser 0,518 m, gegossen 1737 von Johann Schweys. Die außerordentlich schöne Glocke ist wie die Salvator-Glocke, jedoch unter Verwendung kleinerer Modeln dekoriert.

Antonius-Glocke: Schlagton etwa c3, Durchmesser 0,368 m, gegossen 1781 von Meister Fricke (wahrscheinlich Christoffel Henrich Fricke) aus Gütersloh. Die Glocke trägt zwischen zwei Ornamentfriesen eine kurze lateinische Inschrift. Auf der Flanke ist ein von zwei Lorbeerstäben flankiertes Kruzifix angebracht.

Barbara-Glocke: Stundenschlagglocke, Durchmesser 0,623 m, Schlagton d2 + 3. Die 1661 gegossene, unsignierte Glocke stammt wahrscheinlich von dem lothringischen Gießer Johann Eremy, der 1653 die ganz entsprechend dekorierte große Glocke für das benachbarte Stift Metelen gegossen hatte. Die Borghorster Stundenglocke trägt zwischen sehr schönen Frühbarockornamenten eine lateinische Antiquainschrift, deren Inhalt angibt, dass die Glocke stets nur zum Anschlägen der Uhrzeit diente. Die Flanke trägt ein Brustbild der Muttergottes auf einer ovalen Plakette und einen aus Ornamentverschnitt und Blattabdrücken modellierten vierzackigen Stern.

Viertelschlag-Glocke: Durchmesser 0,420 m, Schlagton h2 + 7, gegossen 1663 von Johann Kreft. Die etwas unsauber gegossene Glocke trägt an der Schulter zwischen zwei Kreuzblütenfriesen mit Perlstab eine lateinische Inschrift (antiqua), die ebenfalls auf die Bestimmung der Glocke zum Uhrschlag hinweist. Auf der Flanke befinden sich mehrere Blattabdrücke und die Jahreszahl 1663.

Suche Suche starten

Adventliches

Benefizkonzert ...

... am 15. Dezember
in der Nikomedeskirche.
Lesen Sie mehr

Besinnliche

Gottesdienste

in der
Adventszeit ...

Lesen sie mehr

Feinste Gitarrenmusik

in St. Johannes Nepomuk

Samstag, 8. Dezember
19:30 Uhr

Lesen Sie mehr